Peter Sodann
Wenn einer mehr redet, als er weiß
Deutschland keine Demokratie, Ackermann ins Gefängnis: Ich bin, also quatsche ich. Der Präsidentschaftskandidat der Linken provoziert gerne. Peinlich ist dies vor allem für ihn selbst.
Peter Sodann redet gerne. Und er redet viel dieser Tage. Den Herrn Ackermann von der Deutschen Bank würde er gerne verhaften, ließ er jüngst vernehmen. Zum Bundespräsidenten gewählt, würde er mit US-Präsident George W. Bush gar nicht reden, teilte er sodann mit. Und auch den Papst würde er gerne belehren: "Herr Papst, Se wärn entschuldischn, warum reden Sie nur gegen den Krieg und nennen keine Namen?" Nicht zu vergessen: Die Nationalhymne will er abschaffen und durch Brechts Kinderhymne ersetzen.
Soweit so harmlos oder "erfrischend", wie Oskar Lafontaine seinen Mann eilig in Schutz nahm. Das sei doch "ganz nett" - eine Art "moderner Eulenspiegel", hieß es bei den Linken. Doch nun gerät der Hallenser außer Rand und Band: "Ich halte das, was wir haben, ja nicht für eine Demokratie", sagte er in einem Interview. In einer Demokratie müsse die Würde des Menschen ernst genommen werden - das geschehe in Deutschland nicht. Sonst hätten wir es nicht mit massenhafter Kinderarmut und Hartz IV zu tun, schiebt er noch hinterher.
Der Schauspieler und Präsidentschaftskandidat Peter Sodann
Mit einem Mal wird aus seinen Zoten peinlicher Ernst. Schließlich kandidiert der Mann fürs höchste Staatsamt in dieser deutschen Demokratie. Was den 72-Jährigen treibt, ist unklar. Schon als "Tatort"-Kommissar Bruno Ehrlicher bewegte er sich gerne außerhalb des Grundgesetzes. Da drückte er mal ein Auge zu, verschwieg ein paar Fakten, wenn dies dem Gerechtigkeitsempfinden des Kommissars Ehrlicher eher entsprach. Das mag das Drehbuch so vorgeschrieben haben. Doch nun bestimmt er seine Rolle selbst.
Womöglich sieht er sich als zorniger Rächer aller Ostdeutschen, die auch 18 Jahre nach der Wiedervereinigung mit der westdeutschen Demokratie hadern. Allzu gerne reitet er auf den Ost-West-Unterschieden herum: "Der Wessi redet mehr, als er weiß. Der Ossi sagt nicht alles, was er weiß." Womöglich liegt das an den demokratischen Unterschieden zwischen BRD und DDR. Womöglich meint er das auch als Drohung. In seinen Memoiren schreibt Sodann, er sei noch nicht fertig mit der Welt.
Die Demokratie hält das aus.


0 Comments:
Post a Comment
<< Home